Publikation Fluss im Wandel - Konferenz zum Hochwasserschutz

In der Presserklärung zur Konferenz vom 22.11.2012 heißt es :

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November 2012

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Mehr Sachlichkeit in der öffentlichen Debatte um den Hochwasserschutz an der Elbe – das hat Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack (LINKE) auf der Hochwasserkonferenz der Rosa-Luxemburg-Stiftungen gefordert. „Hochwasserschutz ist unverzichtbar. Konzepte müssen über Landesgrenzen hinweg gedacht werden!“, sagte die Politikerin angesichts der zunehmenden Extremwetterlagen mit ihren weitreichenden Folgen.

Unter dem Titel „Fluss im Wandel“ haben am vergangenen Donnerstag im Roncalli-Haus Wissenschaftler, Politiker und Vertreter von Bürgerinitiativen und Verbänden Strategien für einen umweltgerechteren Hochwasserschutz diskutiert. 10 Jahre Elbehochwasser und 15 Jahre Oderhochwasser gaben den Anlaß für diese Veranstaltung.

Insgesamt gut 90 Zuschauer verfolgten die Vorträge von Anita Tack zum Wassermanagement in Brandenburg und Prof. Dr. Volker Lüderitz zu den Folgen des Elbhochwassers 2002. Der Dekan des Fachbereichs Wasser- und Kreislaufwirtschaft der Hochschule Magdeburg-Stendal plädierte für einen nachhaltigen und ökologischen Hochwasserschutz der – großflächige Rückverlegung von Deichen und die Renaturierung natürlicher Flussauen vorausgesetzt – eine leistungsfähige Alternative zu den überwiegend technischen Hochwasserschutz-maßnahmen sein könne.

Hochwasser an sich sei keine Katastrophe, sondern ein natürliches Phänomen betonte der Ökologe auch während der anschließenden Podiumsdiskussion.
Allerdings lasse sich auch nicht von der Hand weisen, dass extreme Wetterlagen mit massiven Niederschlägen in den vergangenen Jahren zugenommen hätten.

Jetzt müsse eine breite Debatte mit Landwirten um die Bereitstellung von zusätzlichen Überflutungsflächen in den Flussauen geführt werden.

Vor allem die Verteilung der Gelder für den Hochwasserschutz solle überdacht werden, sagte der LINKE Landtagsabgeordnete André Lüderitz im Podium. Gegenwärtig würden zwei Drittel der Mittel von Bund, Land und Kommunen in technische Maßnahmen zum Hochwasserschutz - also Deiche, Ausbaumaßnahmen und den Bau von Flutungsbecken - investiert. Für mehr ökologische Maßnahmen, wie den Rückbau von Dämmen und die Aktivierung von Altarmen der Flüsse, müsse eine Umverteilung der Gelder stattfinden.

Dass Hochwasserschutz schon allein wegen der langfristigen Planungen eine Aufgabe für Generationen bleibt, war Konsens in der Diskussion, die Dr. Angela Stephan, Sprecherin der Bürgerinitiative Pro Elbe, André Lüderitz, Christian Kunz vom BUND Sachsen-Anhalt, Karl-Heinz Jährling vom Landesbetrieb Hochwasserschutz und Rolf Lack, Sprecher des Vereins zur Förderung des Elbstromgebiets führten.

Hitzig debattiert wurde die Frage, wie Hochwasserschutzmaßnahmen an der ökologisch vertretbar und wirtschaftlich gestaltet werden können. Vor allem die Rolle der Binnenschifffahrt sorgte für Kontroversen.
Einigkeit herrschte bei den Teilnehmern in der Auffassung, dass die Fragen, die während der Konferenz diskutiert wurden, auf politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Ebene verhandelt werden müssen – und zwar nicht erst beim nächsten Elbehochwasser.

Die Einladung zur Konferenz finden Sie unter: