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Dokumentation : Frieden als Ernstfall in Zeiten atomarer Bedrohung

Wie hängen friedliche und militärische Nutzung von Atomkraft zusammen?

Wichtige Fakten

Veranstaltungsort
München
Datum
28.05.2026
Themenbereiche
Krieg / Frieden, Westafrika, Sozialökologischer Umbau

Details

Ein Blick von der anderen Weserseite auf das Ufer und das Atomkraftwerk Grohnde im Hintergrund. Im Vordergrund grüne Wiesen, die Sonne scheint, das AKW ist seit 31. Dezember 2021 stillgelegt.
Atomkraftwerk Grohnde an der Weser im südlichen Niedersachsen, stillgelegt am 31. Dezember 2021 Foto: Friedrich Herkt

„Es gibt keine perfekte Sicherheit“, so der 2014 verstorbene Physiker Hans-Peter Dürr, Vordenker der welt-weiten Ökologie- und Friedensbewegung. „Es bleibt immer ein nicht berechenbares Restrisiko. Insbesondere bleibt das unberechenbare sogenannte menschliche Versagen übrig, ganz zu schweigen von den willentlich ausgeführten, bösartigen menschlichen Eingriffen, wie sie etwa durch Terrorangriffe oder Kriegseinwirkungen verursacht werden. Dies ist der Hauptgrund, der für mich als Kernphysiker ein absolutes Nein zur Kernenergie bedeutet.“

Die derzeitige Weltlage bestätigt Dürrs klare Haltung: Russlands Krieg gegen die Ukraine befindet sich mittlerweile im fünften Jahr, verbunden mit der wiederholten Drohung Russlands, im Zweifelsfall auch Atomwaffen einzusetzen. Der Iran wurde von den USA und Israel mit der Begründung bombardiert, eine iranische Atombombe zu verhindern. Das Friedensforschungsinstitut SIPRI warnt vor einem neuen nuklearen Wettrüsten. Im Kriegsfall wird zudem das militärische Risiko von Atomkraftwerken besonders deutlich: Russische Drohnen beschädigten bereits die Schutzhülle um den Tschernobyl-Reaktor, israelische und US-amerikanische Raketen schlugen jüngst nahe dem iranischen AKW Buschehr ein.

Der Atomausstieg in Deutschland wird gleichwohl bis hin nach Brüssel als „strategischer Fehler“ bezeichnet, viele Länder setzen (wieder) auf Atomkraft und propagieren den Bau „kleiner modularer Reaktoren“ (SMR). Friedliche und militärische Nutzung von Atomkraft – wie hängen beide zusammen? Diese und andere Fragen versuchen wir an diesem Abend zu beantworten und geben zugleich Einblick in eine meist übersehene Dimension der Kernenergie: die prekären Umstände der Gewinnung von Uran. Der neue Uranatlas ist dabei eine große Hilfe.

Videodokumentation

Vortrag: Nukleare Eskalation und De-Eskalationsmanagement im Ukraine-Krieg (Dr. Sascha Hach, Leibniz-Institut für Konflikt- und Friedensforschung)

Podiumsdiskussion: Dr. Sascha Hach und Dr. Horst Hamm, Geschäftsführender Vorstand Nuclear Free Future Foundation, Projektleiter Uranatlas

Videobeitrag: Attaher Amoumoun, Generalsekretär von ADD Tchitchiyat, zum Uranbergbau in Niger

Moderation: Franza Drechsel, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Projektmanagerin für Westafrika, Co-Redakteurin Uranatlas

Eine Veranstaltung von der Rosa-Luxemburg-Stiftung, der Nuclear Free Future Foundation, der Selbach Umwelt Stiftung, oekom e.V. und dem Global Challenges Network.

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