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18. November 2025: Lesung/Gespräch : »Aus Russland bekam sie den Witwenschleier«

Der Feldpostbriefwechsel meiner Großeltern: Der lange familiengeschichtliche Schatten des SA-Sturmführers Bad Sooden-Allendorf, Dr. med. vet. Heinrich Kuhlmann, und sein Tod in Stalingrad 1943 mit Fritz Burschel

Wichtige Fakten

Veranstaltungsort

Stadtbibliothek
Breiter Weg 109
39104 Magdeburg

Zeit
18.11.2025, 17:00 - 19:30 Uhr
Themenbereiche
Deutsche / Europäische Geschichte
Zugeordnete Dateien

Beschreibung

»Aus Russland bekam sie den Witwenschleier«
Der Feldpostbriefwechsel meiner Großeltern: Der lange familiengeschichtliche Schatten des SA-Sturmführers Bad Sooden-Allendorf, Dr. med. vet. Heinrich Kuhlmann, und sein Tod in Stalingrad 1943
mit Fritz Burschel

Veranstaltung der RLS Sachsen-Anhalt in Kooperation mit Stadtbibliothek Magdeburg

Im Moment ist die bereits alternde (zweite und dritte) Nachkriegsgeneration mit ihren Familienrecherchen zugange und mit jeder neu präsentierten familiengeschichtlichen Erzählung werden Fanatismus, Normalität und Verstrickung der Deutschen in ihr faschistisches Regime schmerzvoll offenbar.
Auch der historische Schatz von 1500 erhaltenen Feldpostbriefen seiner Großeltern, den der Historiker und Publizist Friedrich Burschel durchgearbeitet hat, ist ein Zeugnis gleichzeitig deutscher Hybris und Kleinkariertheit, die in die Katastrophe führten und danach eben nicht die notwendige wissenschaftliche Durchdringung erfuhren, die den Namen „Aufarbeitung der deutschen Vergangenheit“ verdienen würde. Das Beschweigen eigener Verantwortung und familiärer Verstrickung dauert bis heute an und wirkt sich fatal auf eine Gesellschaft aus, die sich anschickt, fast 100 Jahre später zu neuem Größenwahn sich aufzuschwingen.
Die Recherche historischer Kontexte gehört neben vielen anderen Aspekten von jeher zum antifaschistischen Handwerk: das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Betroffenen deutscher  antisemitischer, rassistischer und kriegerischer Vernichtungspolitiken und auf dem Herausarbeiten antifaschistischer, widerständiger und humanistischer Traditionslinien heutiger Antifa-Arbeit. Aber auch der Blick auf die Täter*innen lohnt sich, erschüttert manche erinnerungspolitische Hilfskonstruktionen und setzt deutsche Antifaschist*innen in oft unbehagliche familiäre Kontexte.

Friedrich Burschel hat Geschichte und Politik studiert, arbeitete anderthalb Jahrzehnte als Referent zu Neonazismus und Strukturen/Ideologien der Ungleichwertigkeit bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS). Für die RLS, NSU-Watch und Radio Lotte Weimar hat er über 5 Jahre den NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München und viele weitere Prozesse zu rechtem Terrorismus beobachtet. Er hat zahlreiche einschlägige Bücher herausgegeben, u.a. „Das faschistische Jahrhundert. Neurechte Diskurse zu Abendland, Identität, Europa und Neoliberalismus“ und  „Rechte Ränder. Faschismus, Gesellschaft und Staat“ (mit Gideon Botsch, Christoph Kopke und Felix Korsch).

 

Standort

Kontakt

Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen-Anhalt

Telefon: +49 391 25191475

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