Publikation International / Transnational - Staat / Demokratie - Parteien / Wahlanalysen - Nordafrika Mehrheit blieb Abstimmung fern

Tunesien nach der Parlamentswahl 2014. Bericht von Peter Schäfer, Tunis.

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Reihe

Online-Publ.

Autor

Peter Schäfer,

Erschienen

November 2014

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Am 26. Oktober wählte Tunesien ein neues Parlament/typo3/. Dieser zweite Urnengang seit den Protesten von 2010/2011, die zur Flucht des damaligen Diktators Ben Ali führten, verlief friedlich und war, nach Angaben der lokalen und internationalen Wahlbeobachtung, sehr gut organisiert. Die Freude über die augenscheinliche Wahlbeteiligung von 60 Prozent ist hoch.

«Wir wählen das Tunesien, das wir lieben.» So rief die Unabhängige Wahlkommission (ISIE) die Bevölkerung zur Registrierung für die Parlamentswahl und zur Stimmabgabe auf. 1.326 Listen mit insgesamt etwa 13.000 KandidatInnen bewarben sich um die 217 Mandate. Dabei konnte die konservativ-säkulare Partei Nida Tunis (Aufruf für Tunis) die Mehrzahl der Stimmen auf sich vereinigen, gefolgt von der ehemaligen konservativ-islamischen Regierungspartei, En-Nahda (Renaissance). Viele TunesierInnen feierten dieses Ergebnis als «Abwahl» der Nahda und als Sieg der Säkularen.

Abgewählt wurden tatsächlich einige. So gehören beispielsweise 179 der 2011 gewählten Abgeordneten dem neuen Parlament nicht mehr an. Damit verfügen lediglich 38 MandatsträgerInnen über relevante Erfahrung, 28 davon gehören der En-Nahda an. Die Abstimmung birgt jedoch noch andere Überraschungen. (...)

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